R u n d b r i e f e
»
Rundbrief 1.1.2021 und Jahresbericht
    Autor:Werner Huber
    Datum:01.01.2021 16:53:46

Sambia Förderverein e.V. Rundbrief:
Sambia-Infos 1.1.2021

Liebe Freunde und Förderer,

zusammen mit diesem Schreiben erhält jeder Spender die Spendenbestätigung für das vergangene Jahr, das für uns alle und auch für unsere Partner in Sambia kein leichtes war. Wieder bin ich sehr dankbar für die nachhaltige Hilfe, die wir trotzdem mit Ihnen zusammen im Jahr 2020 in Sambia leisten durften. Jedem von Ihnen sage ich ein ganz herzliches Dankeschön für Ihren Beitrag zum Gelingen unserer sozialen Projekte in Sambia.

Das Bild von den sechs Fountain Gate Mädchen wurde auf dem Höhepunkt der Corona-Krise gemacht. Man kann ahnen, dass den Kindern das Leben trotz dieser schwierigen Zeit lebenswert gemacht wurde. Weiter unten finden Sie - wie immer an dieser Stelle - den Jahresbericht unseres Vereins. Alle relevanten Aktivitäten und Ausgaben sind dort in Kurzform aufgelistet. Sie können sehen, wie Ihre Spenden in Hilfen an die Menschen umgesetzt wurden. Dort können Sie auch sehen, dass weniger als 0,4 % Verwaltungskosten anfielen, da wir alle ehrenamtlich arbeiten. Darüber freue ich mich besonders.

Zum Jahresende wurde unser Schwester-Verein „Millennium Goals Achievement“ aufgelöst, deshalb bitte keine Spenden mehr dorthin, sondern nur noch auf das Vereinskonto des Sambia-Fördervereins IBAN: DE06 2075 0000 0001 0113 03, über das ab sofort alle unsere Aktivitäten ausschließlich laufen.

Wir würden uns sehr freuen, wenn Sie uns auch im begonnenen Jahr weiter treu bleiben. Falls Sie noch nicht zu den Empfängern unseres etwa 2-monatlichen E-Mail-Rundbriefes gehören, lassen Sie sich doch bitte durch eine kurze EMail an uns, in den Verteiler aufnehmen. So erfahren Sie alles brandaktuell über unsere Aktivitäten in Sambia einschließlich aktueller Bilder.

S-F-V Jahresbericht 2020: die wichtigsten Aktivitäten des Sambia-Förderverein e.V.

Das vergangene Jahr war auch in Sambia durch die Covid-19 Pandemie geprägt. Obwohl es dort vergleichsweise wenige Covid-19 Krankheits- und Todesfälle gab, war die Arbeit unserer Partnerorganisation Chreso Ministries durch die Folgen der Pandemie stark belastet. Es ging nicht nur um die Schulschließungen und das Problem, die Lehrer bei fehlenden Einnahmen von Schulgebühren weiter zu bezahlen. Vor Wiedereröffnung der Einrichtungen waren umfangreiche Prüfungen und Begehungen und dann Hygienemaßnahmen ähnlich denen in Deutschland erforderlich. Der Staat Sambia geriet durch die weltweiten Auswirkungen der Krise als erstes afrikanisches Land in teilweise Zahlungsunfähigkeit und es kam zu einer enormen Teuerung für alltäglich notwendige Dinge bei einem Wertverlust der Sambischen Währung von mehr als 50%. Zahllose Menschen verloren ihren Job und die Armut im Land nahm lange nicht mehr gekannte, dramatische Ausmaße an. Dies ist auch noch der Stand zum Jahreswechsel 2020/2021.

Unterstützt von vielen großzügigen Spendern konnten wir unseren Partnern im vergangenen Jahr effektiv beistehen. Allen Gebern bin ich von Herzen dankbar. Es kamen im Jahr 2020 über 157.000 € an Spenden zusammen, mehr als jemals in einem der bisherigen 27 Jahre der Vereinsgeschichte. Trotzdem wurde jeder Cent gebraucht. Damit wurde besonders in folgenden Bereichen geholfen: Kinderdorf Fountain Gate, Hungerhilfe, Corona-Sonderzahlung und Mubuyu Mädchenschule.

Auch im vergangenen Jahr gingen die meisten Gelder in das von uns gebaute und 2009 eröffnete Kinderdorf „Fountain Gate“ in der Nähe der Hauptstadt Lusaka. Dort wurden zuletzt etwa 450 Kinder betreut. Insgesamt überwiesen wir  im Jahr 2020 für das Kinderdorf  97.400 €, davon für den laufenden Betrieb 75.400 €, für eine neue Kläranlage 3.500 € und 15.500 € zweckgebundene Sonderspenden. Z.Zt. leben in Fountain Gate etwa 130 Waisenkinder, weitere etwa 60 bedürftige Kinder aus Familien der näheren Umgebung wurden tagsüber incl. Schulbesuch voll versorgt und gingen nur zum Schlafen nach Hause, weitere 40 Internatskinder wohnten in Fountain Gate und weitere ca. 200 Kinder kamen nur zum Schulbesuch. Viele von ihnen können kein Schulgeld zahlen, natürlich auch die bedürftigen Kinder aus der Umgebung nicht. Für die Versorgung der Tageskinder gaben wir einen Zuschuss von 3.000 €. Wie in den Rundbriefen immer wieder berichtet, ist es für jedes einzelne Kind ein Riesensegen, hier in einer beschützten Umgebung heranzuwachsen. Sehr gerne können weitere Patenschaften abgeschlossen werden. Die Fountain Gate Schule ist in diesem Jahr weiter gewachsen, nicht zuletzt durch das von uns erbaute Schullabor und das dadurch neu genehmigte Gymnasium. Gesamtzahl der Schüler z.Zt. etwa 400.

Für Hungerhilfe haben wir im Jahr 2020 mit 35.800 € mehr als doppelt so viel überwiesen als im Vorjahr, denn durch die Pandemiefolgen haben sich, wie beschrieben, Armut und Hunger in Sambia stark vermehrt. Zuletzt konnten mit diesem Geld an etwa 1500 Menschen Lebensmittel ausgegeben werden. Besonders für die Hungerhilfe gab es einige zweckgebundene Spenden. Ganz herzlichen Dank für diesen Akt der Barmherzigkeit! Wir versuchen vorerst weiter, monatlich 4000 € für diesen Zweck zu überweisen.

Aufgrund der oben dargestellten Folgen des Lockdown erlebte unsere Partnerorganisation Chreso Ministries schwere Zeiten. Nach einem Aufruf im April-Rundbrief trafen so viele Spenden ein, dass ich Sonderzahlungen von insgesamt 20.000 € leisten konnte, neben den genannten für Fountain Gate. Das hat unseren Partnern sehr geholfen, die schwere Krise bisher zu überstehen. Inzwischen läuft der Betrieb in allen Schulen wieder relativ normal.

Für die Mubuyu Mädchenschule leitete ich Patenschaften und andere Spenden weiter, insgesamt 4932 €. Diese von uns 2003 gebaute Internatsschule, die in einem Gebiet des Tonga-Stammes gelegen ist, in dem traditionell Mädchen weniger gelten als Jungen, werden besonders Mädchen gefördert. In die Grundschule der Mubuyu-Schule gehen Mädchen und Jungen, sie wohnen nicht dort. Die höheren Klassen bis zur Hochschul-reife werden ausschließlich von Mädchen besucht, die auf dem aus 23 Häusern bestehenden Gelände wohnen, das direkt an den Karibasee angrenzt. Auch im vergangenen Jahr konnten wieder viele Mädchen ihren Abschluss machen und die Berufsausbildung beginnen bzw. abschließen.

Die Ausgaben für alle genannten Projekte betrugen zusammen 158.132,00 €, die Verwaltungskosten (Briefmarken, Homepage, Bildabzüge, Briefpapier) lagen mit 615 € bei weniger als 0,39% der Gesamtausgaben. Unser Verein zählt z.Zt. 47 Mitglieder, etwa 210 Rundbriefe werden ca. alle 2 Monate verschickt, überwiegend per E-Mail. Diese Briefe können auch auf unserer Homepage gelesen werden.

Viele Grüße, und wieder ganz herzlichen Dank, Ihr Werner Huber, Vorsitzender