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Sambia Update 20.11.2020
    Autor:Werner Huber
    Datum:20.11.2020 17:49:27

Sambia Förderverein e.V. Rundbrief:
Sambia-News 20.11.2020

Liebe Unterstützer und Freunde,

Eigentlich wäre dieser Rundbrief erst Anfang Dezember fällig, aber ich habe inzwischen so viele neue und spannende Informationen, dass ich diese nicht für mich behalten kann. Außerdem ist in 9 Tagen schon der erste Advent. Deshalb verzeihen Sie mir bitte, wenn ich Ihnen bereits jetzt eine besinnliche Adventszeit und ein gesegnetes Weihnachtsfest wünsche, und das sogar von Herzen. Insofern wird dies der letzte Rundbrief in diesem Jahr sein. Wie üblich bekommen dann alle, die im Jahr 2020 gespendet haben, in den ersten Tagen des neuen Jahres ihre Spendenbestätigung zusammen mit einem Jahresbericht und einem netten Bild von sechs Fountain-Gate-Girls, die sich trotz Corona-Zeiten amüsieren. Natürlich werde ich mich auch dort noch für die Spenden bedanken, aber lassen Sie mich auch hier schon mal sagen, wie glücklich ich über die Hilfsbereitschaft der letzten Monate bin. Es hat mich immer wieder bewegt, welche Opfer viele gebracht haben, um die Hilfsprojekte in Sambia zu unterstützen. Ganz herzlichen Dank für jeden gespendeten Betrag!

Das Mädchen auf dem obigen Foto ist 8 Jahre alt, kam vor einem Jahr nach Fountain Gate und benötigt noch einen Paten (60 € mtl.). Sie war in einem Durchgangszentrum eines Distrikt-Krankenhauses abgegeben worden, weil ihr Vater lebenslang im Gefängnis sitzt und die Mutter sich aus unbekannten Gründen nicht mehr um sie kümmerte. Während ich diesen Brief schreibe erfahre ich, dass im Hospiz „Mutter Theresa“ in Kalingalinga (Compound von Lusaka) ein Geschwisterpaar ( 10 und 12 Jahre ) darauf wartet, nach Fountain Gate abgeholt zu werden. Wie bereits häufig bei ähnlichen Fällen geschehen, ist dort die Mutter gestorben und es gibt keine Angehörigen, die sich um die Kinder kümmern würden.

Erfreulicherweise gab es bisher in Fountain Gate keinen Fall von Covid-19, so wie auch in den anderen Schulen und Einrichtungen von Chreso Ministries nicht. Die Pandemie-Bestimmungen wurden etwas gelockert. Lehrer dürfen wieder von außerhalb zum Unterricht kommen und vor allem dürfen wieder bedürftige Kinder aus der Umgebung tagsüber zur Versorgung und Schule nach Fountain Gate kommen. Allerdings muss bei allen Kindern und Erwachsenen täglich die Körpertemperatur gemessen werden. Ich habe mich auch sehr gefreut, dass einige Fountain-Gate Kinder in diesen Wochen ihre Ausbildung abschließen, sie haben alle Zusagen einer Beschäftigung in einem Krankenhaus, bei Nachbarfarmen, in den Chreso-Arbeitsbereichen oder in Wirtschaftsbetrieben. Dann wohnen sie nicht mehr in Fountain Gate, sondern machen Platz für neue Kinder.

In Sambia gibt es keine zweite Covid-19-Welle, die Infektionszahlen halten sich auf einem niedrigen Niveau, es beginnt dort jetzt auch die warme Jahreszeit. Trotzdem ist man im Land vorsichtig, landesweit sollen Masken getragen werden und es gelten Abstandsregeln. Alle Schulen sind wieder offen, aber die Schüler müssen z.B. mit Abstand sitzen. Allerdings leidet Sambia enorm unter den wirtschaftlichen Auswirkungen. Wie bei uns am 14.11.2020 in der FAZ zu lesen war, ist Sambia das erste Afrikanische Land, das deshalb seine Staatsschulden nicht mehr bedienen kann. Sambia lebt vom Kupfer und die Rohstoffnachfrage sei infolge der Corona-Pandemie weltweit eingebrochen.

Im letzten Rundbrief hatte ich geschrieben, dass ich voraussichtlich die monatlichen Überweisungen für Hungerhilfe wieder von 4000 auf 2000 € reduzieren muss. Ich bin sehr glücklich Ihnen mitteilen zu können, dass es einige Spender mit einem großen Herzen gab, die dafür gesorgt haben, dass ich weiterhin 4000 € mtl. überweisen kann. Und obwohl Lebensmittel durch die Coronakrise sehr viel teuer geworden sind, gibt es den glücklichen Umstand, dass der Wechselkurs auf ca. 1 € : 23 Kwacha. angestiegen ist. Vor einem Jahr war das etwa 1:10. Das bedeutet, dass unsere Partner nun für das gleiche Geld, das wir schicken, mehr als das doppelte bekommen. Insofern kann damit ganz viel gemacht werden.

Ich war sehr erstaunt zu erfahren, dass aktuell etwa 1500 Menschen in verschiedenen Landesteilen durch unsere Hilfe mit Lebensmitteln versorgt werden. Dabei kann unser Partner Chreso Ministries gut beurteilen, ob wirklich Hilfsbedürftigkeit vorliegt. Durch die verschiedenen Schulen, Ambulanzen und andere sozialen Einrichtungen sind die Familien bekannt, die sich nicht genug Essen kaufen können. So sind Menschen dabei, die ihre Arbeit verloren haben, die HIV-positiv sind, auch Leute in Gefängnissen. Es werden Nahrungsmittel verteilt wie Soja, Maismehl, Trockenfisch, Trockenbohnen, Speiseöl.

Bitte denken Sie daran, an den Verein Millennium Goals Achievement nicht mehr zu spenden, denn er wird gerade aufgelöst und in den Sambia-Förderverein integriert. Sollten noch Fragen bestehen, bin ich weiter Ansprechpartner. Natürlich bekommen alle, die an den Verein MGA in diesem Jahr gespendet haben, noch automatisch eine Spendenbestätigung.

Herzliche Grüße, Ihr Werner Huber, Vorsitzender