R u n d b r i e f e
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Neues aus Sambia 9.6.2020
    Autor:Werner Huber
    Datum:09.06.2020 18:23:53

Sambia Förderverein e.V. Rundbrief:
Sambia-Infos 9.6.2020

Liebe Unterstützer und Interessierte,

Wieder einmal haben wir erlebt, wie großartig, hilfsbereit und effektiv unsere Sambia-Unterstützer-Familie ist. Seit meinem letzten Rundbrief vom 21. April erhielt ich viele Spenden und konnte seitdem 23.000 € an Zuschüssen überweisen, zusätzlich zu den regelmäßigen Überweisungen für die Projekte! Mit einer solchen Hilfsbereitschaft hatte ich nicht gerechnet! Außerdem konnte ich 3.500 € für den Bau einer neuen Kläranlage für Fountain Gate überweisen, die kurzfristig notwendig wurde (s.u.). Sie alle, die sich mit einer Spende beteiligt haben, sind zum Segen für die Arbeit der Reutters geworden. 1000 x Danke!. Auf dem obigen ganz aktuellen Bild aus Fountain Gate sehen Sie trotz der Corona-Krise glückliche Kinder. Sie genießen auch das viele Grün nach der Regenzeit.

Obwohl es bis heute in Sambia nur um die 1000 nachgewiesene Covid-19 Fälle gibt und nur 7 bestätigte Todesfälle (allerdings wohl mit hoher Dunkelziffer), leidet das Land mehr unter dem shutdown, als unter der medizinischen Seite. Die wirtschaftlichen Auswirkungen und die Teuerung für Lebensmittel und notwendige Dinge des Alltags sind enorm. Leider gibt es dort keinen „Olaf Scholz“, der Subventionen in Milliardenhöhe verteilt, wie das bei uns der Fall ist. Die Leute und Firmen müssen sich selbst helfen. Viele haben ihren Job verloren.  Oft ist es für die Menschen bereits ein Problem, genug Nahrungsmittel bezahlen zu können. Da ist es ein Lichtblick, dass es eine gute Regenzeit und auch eine gute Ernte in diesem Jahr gab. Das ist gerade für die arme Bevölkerungsschicht wichtig.

Immerhin hat die Regierung einen Fonds zur Verfügung gestellt, aus dem sich Betriebe zu einem Zinssatz von 16% Geld leihen können. Der sonst übliche Zinssatz beträgt ca. 35% pro Jahr. Inzwischen normalisiert sich auch in Sambia langsam das Leben wieder. Wie bei uns dürfen die ersten Schulklassen, in denen Prüfungen stattfinden, mit Abstandsregeln wieder eröffnet werden. Auch Gottesdienste u.ä. dürfen mit Vorsichtsmaßnahmen stattfinden. Man denkt es nicht, aber auch dort versucht man bei Infektionen, Kontakte zurück zu verfolgen. So müssen bei Zusammenkünften auch in Sambia Namen und Adressen der Teilnehmer registriert werden.

Unser Partner Chreso Ministries ist aber weiter stark betroffen, da die Einnahmen für die Arbeit zu einem großen Teil weggebrochen sind. Die Lehrer und anderes Personal wollen bezahlt werden, aber Schulgeld wird z.B. sofort von den Eltern ausgesetzt, wenn die Schule geschlossen ist. Jedenfalls ist der wirtschaftliche Druck auf die sozialen Einrichtungen unserer Partner weiter enorm. Pastor Reutter schreibt noch vor wenigen Tagen: „…Tagtäglich stehen wir unter großem Druck, um die Dinge zu finanzieren, die absolut notwendig sind. Jeden Morgen treffen wir uns mit unserem Buchhalter zur Lagebesprechung. Es ist wirklich ein Wunder, wie Gott uns in dieser finanziellen Dürre am Leben erhalten hat. Ohne eure Hilfe hätten wir das nicht geschafft…“

Ich freue mich wirklich riesig, dass wir als Unterstützer der Sozialarbeit in Sambia innerhalb solch kurzer Zeit diesen Kraftakt geschafft haben, zusätzlich 26.500 € in die Arbeit von Chreso Ministries mit Pastor Reutter dorthin zu schicken. Im Rundbrief hatte ich ja von 6000 € geschrieben, die ich hoffte, zusammen zu bekommen, mit 26.500 € hätte ich ehrlich gesagt nie gerechnet. Nach meiner Einschätzung ist jetzt mit unserer Hilfe die schlimmste Krise dort weitgehend überwunden. Bald sind wohl wieder die eingehenden Gebühren von den Schulen und Berufsschulen / Hochschule zu erwarten.

In allen Schulen und sozialen Einrichtungen gibt es z.Zt. in Sambia eine Begehung der Behörde, um Hygiene-Standards zu überprüfen. In Fountain Gate waren die Prüfer zufrieden und erteilten das Zertifikat, nur eine Sache musste nachgebessert werden. In den letzten Jahren waren dort neue Gebäude dazu gekommen und die Klärgrube war unterdimensioniert. Nicht von allen Häusern lief das Abwasser ungestört in diese Grube. Für die Zukunft war sowieso eine neue zusätzliche Grube geplant, doch nun verlangte die Behörde (mit Recht) sofort den Bau einer neuen Klärgrube. Glücklicherweise konnte ich für die neue Anlage die erforderlichen 3500 € an den Projektträger überweisen. Die Sickergrube musste ausreichend tief und stabil mit Baustahl, Steinen und Zement gemauert werden. Sie besteht aus zwei Teilen, einem Auffangbecken, in dem die chemische Zersetzung stattfindet und einem Überlauf, der eigentlichen Sickergrube, von wo aus der Überlauf ins Erdreich versickert. Im Auffangbecken gibt es verschiedene Kammern.

Meine Frau und ich sind etwas traurig, dass wir unsere für Juni geplante Projektreise nicht antreten können. Es ist auch noch nicht absehbar, wann die Mitgliederversammlung stattfinden wird und unser Informationsnachmittag im Heimathaus in Jesteburg.

Herzliche Grüße, Ihr Werner Huber, Vorsitzender