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Rundbrief vom 14.10.2017
    Autor:Werner Huber
    Datum:14.10.2017 15:11:37

Sambia Förderverein e.V. Rundbrief:
Rundbrief vom 14.10.2017

Liebe Mitglieder, Freunde und Förderer,

In den beiden letzten Monaten hat sich wieder viel bei unseren Unternehmungen in Sambia getan. Es ging dabei ja nicht um ganz neue Projekte, sondern eher um eine Konsolidierung der bisherigen. Ich fange mit dem wichtigen, lebensrettenden Ernährungsprogramm an. Dies ist wie geplant umgestellt worden. Je 25 Unterernährte in Lusaka und Livingstone erhalten - parallel zu den Medikamenten - drei, oder bei Bedarf auch sechs Monate lang, ein Lebensmittelpaket im Wert von 20 € pro Monat. Dies besteht aus 10 kg Maismehl, 750 ml Öl, 1 kg Bohnen, 1000 ml getrocknete eiweißreiche Carpenter Fische und 500g Soja. Meist sind es neu diagnostizierte und abgemagerte AIDS-Kranke, die hiervon die ersten Monate profitieren, bis sie sich wieder in einem besseren Zustand befinden. Hierfür überweisen wir also monatlich 1000 €. Die Verantwortlichen der beiden Einrichtungen sind angewiesen, jeweils denjenigen 25 Personen die Lebensmittelhilfe zu geben, die sich im schlechtesten Zustand befinden. Nach spätestens 6 Monaten wird die Hilfe beendet und die Kranken werden vorher darauf vorbereitet, sich dann wieder vollständig selbst zu versorgen. Es ist ein sehr wertvoller Dienst, den wir hier leisten. Allen Spendern, die bei diesem Projekt mithelfen oder auch ohne Zweckbindung regelmäßig spenden, einen ganz herzlichen Dank.

Unsere BMZ-geförderten Projekte in diesem Jahr sind bereits jetzt schon eine große Hilfe für die begünstigten Einrichtungen. In der Mubuyu-Mädchenschule wurde ja eine Photovoltaik-Anlage zur Stromerzeugung installiert und eine Anlage zur Solar-Erwärmung von Brauchwasser. Der erzeugte Strom deckt nun den Verbrauch der gesamten aus 22 Häusern bestehenden Schulanlage. Ausnahmen bilden nur die Küche, die weiter an den öffentlichen Strom angeschlossen ist und die Pumpe, die wieder aus dem See Wasser in einen Hochbehälter pumpt, wenn dieser leer ist. Sie arbeitet also nur zeitweise und auch die Küche verbraucht ja nicht ständig Strom. Auf dem Schulgelände gibt es zwei Arten von Wasserleitungen. Einmal gibt es Trinkwasser, das einem Tiefbrunnen entnommen wird, den wir im Jahr 2016 gebaut haben. Dieses Wasser wird nicht mit der Solaranlage erwärmt, sondern das dem See entnommene Brauchwasser. Die 220 Mädchen sind nun sehr glücklich, dass sie jetzt warm duschen können. Trotzdem läuft alles geordnet ab. Alle Kinder kommen an das warme Wasser heran. Wir hatten befürchtet, dass manche Mädchen vielleicht so lange duschen, dass andere nicht die Chance dazu bekommen. Glücklicherweise gibt es ein gutes Miteinander. Wir hatten schon überlegt, ob man Uhren an den Duschen einbauen muss, die die Duschzeit begrenzen, was erfreulicherweise doch nicht notwendig ist.

Im Kinderdorf „Fountain Gate“ ist die batteriegepufferte kleine Photovoltaikanlage ebenfalls fertig und arbeitet erfolgreich. Allerdings wird nicht der gesamte Bedarf des Kinderdorfes damit abgedeckt. Sie ist aber jederzeit erweiterbar. Ein kontinuierlicher Schulbetrieb ist jetzt aber gesichert. Strom für Licht, PC und andere wichtige Stromverbraucher ist jetzt aber immer da, auch bei den üblichen Unterbrechungen der öffentlichen Stromversorgung. Zu den BMZ-bezuschussten Projekten gehören in diesem Jahr in Fountain Gate auch der Bau von zwei Häusern. Das Lehrer-Doppelhaus ist im Rohbau weitgehend fertig, auch das Dach. Das Internatshaus ist im Rohbau auch überwiegend fertiggestellt. Allerdings ist das Dach noch nicht auf dem Haus. Die Komponenten dafür liegen vorbereitet bereit. Vor der bald beginnenden Regenzeit müssen die Dächer dicht sein. Beide Häuser werden Anfang des neuen Jahres zu Beginn des neuen Schuljahres bezugsfertig sein.

Das Kind, das auf dem obigen Bild Wasser ins Dorf hinein trägt, befindet sich auch im Einflussbereich unserer Hilfe. Hier greift nicht nur unsere medizinische Hilfe. Ich selbst war dort bei einem Hausbesuch einer Kranken dabei. Nur ein kleines Stück entfernt wurde ein neuer Brunnen gebohrt. Frauen wurde dabei geholfen, eine Selbsthilfegruppe für Schneiderei zu gründen. Ich konnte mich ausführlich mit dem Häuptling austauschen. Er ist sehr glücklich, dass unsere Partner von Chreso Ministries dort helfend präsent sind. Auf dem Gestell, auf das das Kind zugeht, wird übrigens Hirse getrocknet, aus der die dortige Standardnahrung hergestellt wird, nämlich ein Brei. Zwei Kinder zeigten mir stolz ein Spielzeugauto, das sie selbst aus Draht hergestellt hatten. Wie gut – dachte ich – ist es doch, dass wir kein deutsches Spielzeug wie Kuscheltiere dorthin schicken, was uns öfter angeboten wird. Die Kinder sind dort auch mit den vorhandenen Dingen kreativ.

Am 22. Oktober findet um 15 Uhr ein wichtiges Ereignis statt, der Informationsnachmittag im Heimathaus Jesteburg. Einschließlich der Kaffeepause wird die Veranstaltung etwa 90 min. dauern. Also Ihr Lieben, die Ihr in der Nähe Hamburgs wohnt, seid alle dabei. Wir haben schöne Bilder und Kurzvideos von den Projekten aus Sambia mitgebracht, die wir auf einem 65-Zoll-Bildschirm präsentieren werden. Freuen Sie sich darauf! Freuen Sie sich mit über die fröhlichen Kinder, denen wir ein menschenwürdiges Leben ermöglichen, statt einem chaotischen Leben auf der Straße mit all den gesundheitlichen Gefahren und Abrutschen in die Kriminalität. Es sind schon einige leckere Kuchen angekündigt worden, mit denen man die Pause versüßen kann. Auch kann man wieder gegen eine Spende kunstgewerbliche Objekte aus Sambia erwerben. Wer will, kann auch eine Patenschaft übernehmen. Bilder von Kindern, die noch keine Pateneltern haben, bringe ich mit. Kuchenbäcker und Helfer sind bei der Veranstaltung hochwillkommen.

Zum Schluss noch ein dickes Lob und einen großen Dank an alle Spender! Zu Jahresbeginn hatte ich nicht gedacht, dass wir bei den großen finanziellen Herausforderungen durch die BMZ-geförderten Projekte das ganze Jahr ungekürzt die Unterstützung des Kinderdorfes Fountain Gate fortsetzen könnten. Und das, obwohl wir die 15% der Projektkosten, die man nach BMZ-Regeln den Projektpartner zahlen lassen kann, selbst gezahlt haben. Außerdem hatten sich unerwartet über 8000 € Mehrkosten für uns ergeben, da zusätzlich Wasserleitungen erneuert werden mussten. Trotz allem verzeichne ich auch jetzt noch schwarze Zahlen, an denen selbst Herr Schäuble seine Freude hätte.

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Vielen, vielen Dank für jede Unterstützung

Viele liebe Grüße, Ihr Werner Huber, Vorsitzender