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Rundbrief vom 1.11.2015
    Autor:Werner Huber
    Datum:31.10.2015 18:36:37

Sambia Förderverein e.V. Rundbrief:
Rundbrief vom 1.11.2015

Liebe Interessierte und Unterstützer unserer Sozialarbeit in Sambia,

gerne gebe ich Ihnen heute wieder ein Update von unseren Projekten in Sambia. Danke, dass es Sie gibt, danke für Ihr Interesse, danke für Ihre Mithilfe. In welche Zukunft blickt Sam auf dem obigen Foto? Er wohnt weder in unserem Kinderdorf, noch geht er in eine unserer Schulen, sondern er lebt in einem kleinen Häuschen auf dem Land in einem Dorf in der Nähe des Karibasees zusammen mit Eltern und Geschwistern. Trotzdem profitiert er von unseren Projekten, denn in dem Dorf wurden von unseren Partnern Selbsthilfegruppen gegründet, es gibt eine medizinische Versorgung, Hungernden wird durch Lebensmittelspenden geholfen. Die Bewohner haben es inzwischen gelernt, sich gegenseitig zu helfen. Es gibt Aufklärung, man weiß, wie man AIDS vorbeugt, wie man sich gesund und hygienisch einwandfrei ernährt. Es wird dafür gesorgt, dass die Kinder eine Schule besuchen. Als durch starke Regenfälle mehrere solcher Buschschulen zerstört waren, halfen unsere Partner beim Wiederaufbau, obwohl es nicht um ihre eigenen Schulen ging. Insofern hat Sam es doch viel besser, als viele andere Kinder in Sambia.

Nun einige Neuigkeiten aus Fountain Gate, unserem Kinderdorf. Es sind wieder neue Kinder dazu gekommen. Eines der letzten Kinder, die gerade vor etwa 2 Monaten kamen, ist Fridah. Sie ist noch nicht einmal 3 Jahre alt, war in einer Toilette ausgesetzt und dort von Nachbarn gefunden worden. Eltern oder nahe Verwandte ließen sich nicht ermitteln. Jetzt leben dort etwa 130 Kinder, davon 98 Waisen und etwa 30 Internatskinder. Zusätzlich gibt es ja noch die etwa 50 Kinder, die tagsüber die Schule besuchen. Sie können sich vielleicht vorstellen, welch ein munteres Treiben dort herrscht. Die ältesten Kinder gehen in die 10. Klasse. Es besteht weiter der dringende Bedarf zum Bau zweier einfacher Häuser, einem Lehrerhaus und einem weiteren Haus für Internatskinder. Vielleicht gibt es Jemanden unter Ihnen, der uns dabei helfen kann.

In letzter Zeit wurden uns auch ältere Mädchen um die 13 Jahre vom Wohlfahrsamt zugewiesen (natürlich ohne finanzielle Unterstützung), die zwar nur Halbwaisen sind, aber aus zerrütteten Familien kommen. Sie waren körperlich oder sexuell missbraucht worden. Diese Kinder sollen eigentlich nur einige Monate in Fountain Gate sein und dann wieder zurück in ihre Familien gehen. Dann gibt es aber häufig einen Konflikt. Die Kinder wollen oft nicht wieder zurück. Sie wollen in Fountain Gate bleiben. Das Wohlfahrtsamt berücksichtigt dann bei der Entscheidung auch den Willen des Kindes.

Bei unserer mit etwa 50 Besuchern gut besuchten Info-Veranstaltung im Heimathaus Jesteburg vor drei Wochen hatte einer der Anwesenden die Frage gestellt, in welchem Alter die Kinder aus Fountain Gate entlassen würden. Bisher kam es noch nicht dazu, aber es besteht die feste Absicht, den Kindern auch ein Studium oder eine Ausbildung zu ermöglichen. Jedenfalls will man ihnen nicht vor dem 21. Geburtstag die Unterstützung und Begleitung nehmen.

Vor einigen Tagen traf ich in Linz / Österreich erstmals Stefanie Sterner, eine sehr nette junge Dame, die einige Monate in Fountain Gate ehrenamtlich geholfen hat und die immer noch begeistert davon spricht. Sie hat nach ihrem Aufenthalt in Sambia etliche andere Menschen ihrer Umgebung motiviert, Kinder in Fountain Gate zu unterstützen. Obwohl es schon einige Jahre her ist, haben wir von dieser Aktion immer noch einige treue Spender und Paten aus Österreich. Auch an dieser Stelle ganz herzlichen Dank an Stefanie und an alle österreichische Unterstützer.

Ich hatte mein Buch „Plötzlich Landarzt in Bendestorf“ erwähnt, in dem nebenbei auf 25 Seiten bebildert über die Projekte in Sambia berichtet wird und von dem alle Einnahmen in den Betrieb des Kinderdorfes fließen, inzwischen immerhin mehr als 2800 €. Auch an die Käufer herzlichen Dank.

Unser Mubuyu-Mädcheninternat am Karibasee wächst und wächst ebenfalls. Auch dort muss neu gebaut werden. In der Einrichtung leben jetzt 220 Mädchen. Gerade gestern haben 23 von ihnen bei der Abschlussprüfung den erfolgreichen Abschluss der 12. Klasse erreicht und damit die Hochschulreife. Diese Mädchen studieren jetzt oder gehen in anspruchsvolle Berufe. Wie bereits mehrfach erwähnt, gibt es auf dem Gelände der Mubuyu-Schule auch eine Community-Schule. Dorthin kommen die Kinder der Umgebung, schlafen also nicht auf dem Gelände. Es sind nun auch 189 Kinder geworden. Da die Räumlichkeiten nicht reichen, werden die Kinder in zwei Schichten unterrichtet, ein Teil vormittags, die anderen kommen nachmittags. Auch hier muss langfristig neuer Schulraum geschaffen werden.

Zum Schluss noch ein Wort zu unserer Hungerhilfe von z.Zt. 500 € monatlich. Ich hörte jetzt von dem AIDS-kranken Mr. Phiri, der in einem Dorf am Karibasee lebt, in dem es Selbsthilfegruppen unserer Partner gibt. Er erhält eine AR(AIDS)-Therapie, war völlig abgemagert und konnte sich kaum noch bewegen. Unter der medikamentösen Therapie und mit Lebensmittelspenden von uns hat er sich jetzt wieder erholt. Er hilft nun sogar anderen AIDS-Kranken und besucht diese im Busch. Dazu hat er ein Fahrrad geschenkt bekommen und ist sehr froh, dass er jetzt sogar selbst helfen kann.

Vielleicht ist dies der letzte Rundbrief vor Weihnachten. Ich hoffe, dass auch in diesem Jahr wieder Menschen bereit sind, zu diesem Anlass für unsere Projekte in Sambia zu spenden. Das Geld ist dort jedenfalls gut investiert, da können Sie sicher sein.

Viele Grüße, Ihr Werner Huber, Vorsitzender