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Rundbrief vom 15.8.2015
    Autor:Werner Huber
    Datum:15.08.2015 19:47:32

Sambia Förderverein e.V. Rundbrief:
Rundbrief vom 15.8.2015

Hallo liebe Freunde und Foerderer,

danke, dass ich wieder mit Ihrem Interesse für diese Zeilen rechnen darf und danke für jede kleine und große Unterstützung in den letzten Monaten. Wie bei uns gibt es auch in der sambischen Bevoelkerung eine Ober- und eine Mittelschicht. Doch unsere Hilfe richtet sich ausschließlich an die armen Sambianer. Da es keine Sozialhilfe in Sambia gibt, geraten die Menschen schnell in einen Zustand, in dem es nicht einmal für die nötigen Mahlzeiten reicht. Wie mehrfach berichtet, überweisen wir als Verein monatlich 500 € für die Versorgung Unterernährter mit Nahrungsmitteln. Gestern habe ich mich bei Frau Reutter erkundigt, wie die Hilfe aktuell abläuft und wie die bisherigen Erfahrungen dabei sind.

Mit unserem Geld werden stark unterernährte Kinder und Erwachsene versorgt, überwiegend in Lusaka, Livingstone und Siavonga. Inzwischen werden nicht nur ausschließlich AIDS-Kranke mit Lebensmitteln unterstützt, sondern auch andere Hungernde. Ich habe Frau Reutter nach Menschen gefragt, denen es durch die Hilfe viel besser ging. Sie stutzte, weil es dort Normalität ist, dass es jedem besser geht, der die Lebensmittelhilfe bekommt. Aus den letzten Tagen fiel ihr eine etwa 30-jährige AIDS-kranke Frau in Livingstone ein, die sie zuletzt gesehen hatte, bevor sie Lebensmittelhilfe bekam. Sie war ganz heruntergekommen. Jetzt war sie wieder eine normal aussehende Frau, die sich selbst helfen kann und bei der deshalb die Hilfe beendet werden konnte. In Livingstone und Siavonga entscheiden die verantwortlichen Mitarbeiter der AIDS-Ambulanz, wer die Lebensmittelspenden bekommt. Dies hat sich bewährt. Es gibt in unserem Verein einige Spender, die Geld zweckgebunden für diese Hungerhilfe überweisen. Herzlichen Dank für Ihre Treue. Es ist eine großartige Hilfe.

Die farbenfroh angezogenen Damen auf dem obigen Bild sind einige der Hausmütter unseres Kinderdorfes „Fountain Gate“. Diese Frauen machen eine wichtige Arbeit. Zu zweit versorgen sie bis zu 16 Kinder. Denken Sie daran, wie traumatisiert die Kinder dort ankommen, wie viel Liebe sie benötigen. Und wir sehen, dass es klappt, den Kindern geht es bald besser. Dabei verdienen diese Frauen nicht viel. Sie, die Sie für die 90 Waisenkinder spenden, sind wichtig, aber auch diese Frauen. Diejenigen von Ihnen, die Patenschaften haben, oder ohne festes Kind spenden, sind genauso wertvoll für das Kinderdorf wie diese Frauen. Ohne Sie würde es nicht funktionieren. Woher sollte ich jeden Monat die 5400 € nehmen, um den Betrieb von Fountain Gate zu ermöglichen. Jeder Spender sollte hier neben den Frauen fotografiert werden.

Heute möchte ich Ihnen auch von Michael erzählen, der vor etwa einem Jahr nach Fountain Gate kam. Hier sein Foto:

Michael ist im März 2008 geboren und kommt aus einen Compound Lusakas. Seine Mutter wurde HIV-positiv geboren. Sein Vater bestreitet die Vaterschaft. Mehrfach musste er deshalb zum Gericht, bestritt aber immer wieder, der Vater zu sein. Ein DNA-Test hätte Klarheit bringen können, aber dieser wäre so teuer, dass sich die Familie diesen nicht leisten konnte. Seitdem wies er jede Verantwortung für das Kind von sich. Auch hat er sich nie wieder sehen lassen, seitdem Michael einige Monate alt war. Ebenso weiß die Familie nichts mehr über den Verbleib des Vaters, auch nicht, ob er noch am Leben ist. Michaels Mutter hat wieder geheiratet und hat aus dieser Ehe zwei Kinder, doch der jetzige Ehemann möchte mit Michael nichts zu tun haben, eine durchaus normale Reaktion für sambische Verhältnisse. Eine Zeitlang erhielt Michael einen Schlafplatz und Essen bei Nachbarn, tagsüber lebte er mit Freunden auf der Straße. Sein leiblicher Großvater starb an Alkoholismus und weil er seine AIDS-Medikamente nicht mehr regelmäßig einnahm. Solange er lebte, half er immer mal wieder ein wenig. Die Großmutter unterstützt bereits mehrere Kinder der Großfamilie und es war ihr nicht möglich, sich auch noch um Michael zu kümmern. Schließlich brachte sie ihn nach Fountain Gate.

Ein wichtiger Termin: Bitte dafür werben!!! und selbst kommen.

Am Sonntag, den 11. Oktober werden wir wieder im Heimathaus in Jesteburg eine Informationsveranstaltung anbieten. Um 16 Uhr gibt es den zentralen Vortrag, geöffnet wird von 15 bis 18 Uhr. Wir hoffen wieder auf leckere Kuchenspenden, die zugunsten der Projekte verkauft werden. Auch sind wir – wie immer – superdankbar für Hilfe in der Küche, beim Verkauf und beim Auf- und Abbau. Bitte möglichst vorher melden.

Wie angekündigt gibt es nun mein 185-seitiges Taschenbuch „Plötzlich Landarzt in Bendestorf“, in dem es auch über viele bebilderte Seiten um die Arbeit in Sambia geht. Wer das Büchlein haben möchte, überweist bitte eine Spende von 10,50 € auf das Konto vom Sambia-Förderverein 10,50 Eur und lässt mich Namen und Adresse wissen. Das Buch kommt dann prompt. Infos auch auf www.hubermedien.de

Viele Grüße, Ihr Werner Huber, Vorsitzender