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Rundbrief vom 15.5.2015
    Autor:Werner Huber
    Datum:14.05.2015 21:56:46

Sambia Förderverein e.V. Rundbrief:


Rundbrief vom 15.5.2015

Hallo liebe Sambia-Freunde,

hier wieder einige interessante Neuigkeiten über unsere Arbeit in Sambia, ich beginne mit dem Kinderdorf „Fountain Gate“. In den letzten Wochen sind 5 neue Kinder dazu gekommen, es sind jetzt insgesamt 90 Waisen neben den anderen Kindern, die dort zur Schule gehen. Das ist zwar schön, erhöht aber auch unsere finanziellen Verpflichtungen. Jetzt muss ich monatlich 5400 € überweisen, im Vordergrund steht aber die Freude, fünf weiteren traumatisierten Kindern eine liebevolle, geschützte Umgebung zu bieten. In diesem Zusammenhang ganz herzlichen Dank für Ihre Unterstützung, die es ermöglicht, diesen Waisenkindern zu helfen. Damit die Kinder in meinen Rundbriefen nicht nur abstrakte Zahlen bleiben, möchte ich Ihnen auch heute die Geschichte eines Kindes dort vorstellen. Es ist Mike, der im Sommer 2014 ins Kinderdorf kam, siehe obiges Bild.

Er ist Halbwaise und im Dezember 2009 geboren. Sein Vater starb nach langer Krankheit noch vor der Geburt. Die Mutter ist an AIDS erkrankt und wird entsprechend behandelt. Obwohl sie nach dem Tod ihres Mannes erneut geheiratet hat, weigert sich der neue Stiefvater, für Mike Verantwortung zu übernehmen. Er war nur bereit, für seine neue Frau zu sorgen, wenn sie die Kinder aus erster Ehe nicht mehr bei sich wohnen ließ. Mike’s Mutter ließ sich darauf ein. Alle Verwandten von Mike haben seine Aufnahme abgelehnt, ein Cousin der Mutter kann lediglich für den älteren Bruder von Mike sorgen. Inzwischen hat die Mutter eine Tochter von ihrem neuen Mann zur Welt gebracht, dadurch ist sie an ihre jetzige Ehe gebunden. Schließlich bat die Mutter Fountain Gate um Aufnahme, es bestand auch die Gefahr, dass der Junge missbraucht würde.

Wie Sie wissen gibt es im Kinderdorf eine Schule, zu der außer den Waisen auch Kinder von außerhalb aus normalen Familien kommen. Es gibt auf dem Gelände ein Häuschen, in dem Kinder übernachten können, die von weiter her kommen. Diese Kinder, die dort wohnen, sind immer mehr geworden, so dass unsere Partner für sie unbedingt ein zweites Häuschen bauen müssen. Ein Grund, weshalb viele Kinder dort bleiben möchten, sind die Gefahren unterwegs auf den Straßen. Eigentlich ist auch dieses Vorhaben unterstützenswert, mal sehen, ob wir da helfen können.

In den letzten Wochen hörten wir von vielen schrecklichen Unfällen, sodass es mir noch eiskalt den Rücken runter läuft, wenn ich an unsere letzte Sambiareise denke, bei der wir ja auch viel mit dem Auto unterwegs waren, teilweise ohne Sicherheitsgurte. In den letzten Wochen sind sowohl der ehemalige Schulleiter und seine Frau tödlich verunglückt, als auch drei deutsche Zahnärzte mit einer begleitenden Journalistin, die zu einem Hilfseinsatz nach Sambia gekommen waren und auch die Zähne der Mädchen der Mubuyu-Schule behandeln wollten. Einige Tage später kamen bei einem Autounfall der Kameramann der Gemeinde von Pastor Reutter zusammen mit sieben weiteren Menschen ums Leben, fast alle aus seiner Familie.

Es wurde an mich die Idee eines Stammtisches herangetragen. Wir sind ein Verein, aber haben als Mitglieder kaum Kontakt, vielleicht einmal im Jahr bei der Mitgliederversammlung oder bei dem Info-Tag im Heimathaus in Jesteburg. Deshalb bitte ich diejenigen von Ihnen, sich zu melden, die dieses Vorhaben unterstützen und es begrüßen, wenn wir vielleicht einmal im Vierteljahr eine Kaffee-Runde anbieten würden. Ich könnte mir vorstellen, dass dieses Treffen in einem Cafe, z.B. in der „Alten Sägerei“ in Jesteburg nachmittags stattfindet, jeweils am ersten Samstag oder Sonntag des Quartals. Falls Sie sich vorstellen könnten, dabei zu sein, sprechen Sie mich bitte an.

Wichtig: unsere nächste Mitgliederversammlung findet am Freitag, den 19. Juni um 19 Uhr bei uns zu Hause in Jesteburg statt. Gäste sind wie immer herzlich willkommen.

Vielleicht darf ich Sie auch darauf aufmerksam machen, dass ich ein 183-seitiges reichlich bebildertes Büchlein geschrieben habe mit dem Titel „Plötzlich Landarzt in Bendestorf“, in dem auch viel über die Arbeit in Sambia geschrieben wurde und das in etwa einem Monat bei uns bestellt werden kann. Ich erwähne es deshalb an dieser Stelle, weil die gesamten Einnahmen des Verkaufes (nicht nur der Gewinn) in die Finanzierung des Kinderdorfes fließen. Wer auf das Konto des Sambia-Fördervereins mindestens 10 € überweist, mir eine E-Mail schickt und schreibt, dass er ein Exemplar des Buches haben möchte und die Adresse nennt, wohin ich es schicken soll, bekommt dieses sobald ich die Bücher habe.

Herzliche Grüße, Ihr Werner Huber, Vorsitzender